Ein am 25. August 2007 im Rahmen des Siding Spring Survey von D.M. Burton im Grenzbereich der Sternbilder Pendeluhr/Eridanus gefundenes, 18.0m helles asteroidales Objekt offenbarte bei detaillierten Beobachtungen ebenfalls seine kometare Natur. Komet C/2007 Q3 (Siding Spring) wies eine 6" große Koma und einen 12" langen Schweif in PW=290° auf. Der absolut recht helle Komet wird sein Perihel erst im Herbst 2009 durchlaufen - leider in der relativ großen Sonnendistanz von 2.3 AE (IAUC 8865 / MPEC 2007-R59). Bei durchschnittlicher Helligkeitsentwicklung könnte er bis zu 10m hell werden. Für mitteleuropäische Beobachter wird er, fast schon maximal hell, Anfang Oktober 2009 über dem morgendlichen Osthorizont im südlichen Teil des Sternbilds Löwe auftauchen. Bis in den Frühsommer 2010 sollte er heller als 12m bleiben, wobei er in dieser Zeit durch die Sternbilder Haar der Berenice und Bärenhüter in den Drachen wandert, somit zu einem Objekt der ganzen Nacht wird.
Die Entwicklung dieses Kometen Anfang Februar 2010 lediglich auf der Basis von 4 FGK-Beobachtungen sowie 50 internationalen Beobachtungen dargestellt werden. Demnach entwickelt sich die Helligkeit unterdurchschnittlich gemäß der Formel
m = 6.2m + 5×log D + 4.6×log rwas eine maximale Helligkeit von 9.8m Mitte Januar 2010 ergibt.
Der Komadurchmesser stieg bis zum Sommer 2009 von unter 1' (150.000 km) auf knapp 4' (525.000 km) an. Der Maximalwert des scheinbaren Komadurchmessers von 4.5' (525.000 km) wurde im November erreicht. Seitdem geht der Komadurchmesser wieder zurück und lag Mitte Februar 2010 bei nur noch 3' (325.000 km). Dabei war die Koma stets merklich verdichtet; der Koma-Kondensationsgrad lag ziemlich konstant bei DC 4-5. Visuell wurde ein Schweif von maximal 10' (3.5 Mill. km) Länge zwischen Oktober und Dezember 2009 beobachtet, wobei der Schweif in westliche Richtung wies.
Helligkeit und scheinbarer Komadurchmesser
Gemäß Walter Kutschera zeigte der Komet in der Nacht 30./31.10.09 eine schwache diffuse Koma. Uwe Pilz beobachtete am 13./14.11. einen schmalen Schweif nach NNW. Am 26./27.12. erkannte er eine runde, mäßig verdichtete Koma; bei indirektem Sehen zeigte sich ein 1.5x4' großer länglicher Schweifansatz. Am 14./15.2.10 war die Koma nach seinen Beobachtungen weiter groß, aber sehr diffus geworden; einen Schweif konnte er nicht feststellen, wohl wegen zu geringer Flächenhelligkeit.
Andreas Kammerer